Architekturhaus Salzburg
Fertigstellung
2018
Preis
Nominierung
Bundesland
Salzburg
Bauherr*in /
Bauherrenschaft
Initiative Architektur/
Roman Höllbacher, gswb/Peter
Rassaerts, UBM Development AG/
Markus Lunatschek
Architekt*in
DI Bernhard Kiesenhofer, DI Christian Struber, DI Udo Heinrich, DI Gudrun Fleischmann
© Volker Wortmeyer
Architekt*in
DI Bernhard Kiesenhofer, DI Christian Struber, DI Udo Heinrich, DI Gudrun Fleischmann
Ort
Salzburg
Straße
Sinnhubstraße 3
Postleitzahl
5020
Kategorie
Kulturbau
Nutzung
Öffentlich
Fertigstellungsjahr
2018
Bürositz des Architekturbüros
Salzburg
Tragwerksplanung
Forsthuber ZT GmbH
Das Backsteingebäude aus dem Jahr
1893 war ursprünglich eine Krankenstation
für verletzte Pferde innerhalb
des weitläufigen Komplexes der Riedenburgkaserne
und diente zuletzt
als Lager. Nachdem das Kasernenareal
für Wohnzwecke umgewidmet
worden war, setzte sich die Initiative
Architektur für den Erhalt des gut
erhaltenen Gebäudes ein. Zunächst
konnte man die Eigentümer von einer
temporären kulturellen Nutzung
überzeugen und schließlich gelang
es, den seit der Vereinsgründung
1993 gehegten Wunsch eines Architekturhauses
für Salzburg zu realisieren.
In ehrenamtlicher Arbeit von
Vorstandsmitgliedern der „Initiative“
geplant ist es ein Plädoyer für einen
achtsamen Umgang mit historischer
Bausubstanz, bei dem aber auch die
erforderlichen Adaptierungen nicht
versteckt, sondern selbstbewusst
gezeigt werden. Das prononcierte
Eingangsportal dient einerseits als
Einbringöffnung, andererseits öffnet
es sich bei Veranstaltungen einladend
zum Vorplatz und wird so an der
Schnittstelle zum öffentlichen Raum
zum markanten Zeichen für den hier
gepflogenen Dialog zwischen allen
Beteiligten im Prozess des Planens
und Bauens. Die sprichwörtliche
Initiative des Vereins hat das Gebäude
vor der Spitzhacke bewahrt. Ein
bereits beschlossener Bebauungsplan,
der eine Verbreiterung der Sinnhubstraße
vorsah, wurde aufgrund der
Intervention des Vereins abgeändert
und das Gebäude mit einem Erhaltungsgebot
versehen. Der Fortbestand
der letzten baulichen Erinnerung an
das Kasernenareal ist damit ebenso
gesichert wie ein vitaler Ort, der
nicht nur der Baukulturdebatte in
Stadt und Land Salzburg adäquaten
Raum bietet, sondern auch das neue
Wohnquartier bereichert.