Erweiterung der HTL Bau & Design, Innsbruck
Der Schulkomplex der HTL Bau & Design stammt aus einer Zeit, als beige Fliesen, braune Türen und gelbe Zargen noch in Mode waren. Aus Platzmangel musste der Bestandsbau um eine Etage aufgestockt werden. Das Raumerlebnis, sobald man sich durch die Zeitkapsel des Stiegenhauses hochgearbeitet hat, ist ein himmlisches, von Licht und Leichtigkeit durchflutetes. Die Innsbrucker ao-architekten setzten dem Betonbau ein viertes Stockwerk in Holzleichtbauweise auf. Der natürliche Baustoff ist auch im Innenraum spürbar – einerseits an den Wänden, andererseits an der raffinierten, weich geformten Shed- Dachkonstruktion, die ein angenehm diffuses Licht aus Nordwest einfängt. Die außergewöhnlich große Raumhöhe von 3,60 bis zu über sechs Metern, die nicht nur atmosphärische, sondern vor allem auch thermisch-bauphysikalische Gründe hat, wird man im Neubau so bald kein zweites Mal finden. Umlaufende Fensterbänder offenbaren einen Rundumblick auf ganz Innsbruck. Der Wettbewerb, die hohe Bestellqualität der BIG und das sensible Raumkonzept der Architekten scheinen sich voll gelohnt zu haben: Nachdem sich fast alle Klassen und Lehrgänge gewünscht haben, ins neue Dachgeschoss zu übersiedeln, hat die Schulleitung den Entschluss gefasst, den architektonischen Olymp der HTL den Matura-Schüler*innen zu überlassen. So kommt jeder Schüler, jede Schülerin am Ende der Ausbildung in den Genuss des Neuen. Summa cum laude.