Wohnbau König Franz Graz-Geidorf
Selten, dass man so ein abgrundtief schwarzes Haus sieht. „Ich wollte es richtig dunkel, nicht nur eine Lasierung oder eine Farbe, die nach einigen Jahren ausbleicht oder ausgewaschen wird“, sagt Bauherr Helmut Konrad. „Nach langer, intensiver Recherche bin ich dann doch noch fündig geworden!“ Die Lösung fand sich in einem jungen Start-up in den USA, das eine innovative Methode entwickelt hat: Zunächst wird das Holz aufgewärmt, damit es aufquillt und sich die Poren öffnen, im Anschluss daran wird es wie in einem überdimensionalen Tintenstrahldrucker bedruckt. Die Farbe dringt tief in die Oberfläche ein, das visuelle Erscheinungsbild ist gewaltig. Allein diese eine Anekdote offenbart, mit wie großem Elan sich der Auftraggeber ins Projekt eingebracht hat. Das Resultat ist ein mittels Geothermie CO2-frei beheizter und gekühlter freifinanzierter Wohnbau mit insgesamt 41 Eigentumswohnungen. Auf den unteren drei Etagen befinden sich kleine bis große Geschoßwohnungen, im Dachbereich entwickelten die Pentaplan-Architekten einen villenartigen Typus mit Maisonettes und innenliegenden Atrien. Die einzelnen Wohneinheiten lassen sich an den abgeflachten Dachgiebeln gut ablesen. Seinen Anfang nahm das Projekt 2003, als der Bauherr die ehemalige Postsiedlung kaufte und behutsam sanierte. Der Wohnbau „König Franz“ im Innenhof der Siedlung, für das ein Wettbewerb nach dem Grazer Modell ausgeschrieben wurde, ist das kohlrabenschwarze Sahnehäubchen des jahrelangen Entwicklungsprozesses.