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Bauherrenpreis der Zentralvereinigung der
Architektinnen und Architekten Österreichs

Neugestaltung Heiligen-Geist Kapelle

Fertigstellung
2020
Preis
Nominierung
Bundesland
Steiermark
Bauherr*in / Bauherren­schaft
Stadtgemeinde Bruck an der Mur/Baudirektor Robert Pichler
Architekt*in
Winfried Enge
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Architekt*in
Winfried Enge
Ort
Bruck an der Mur
Straße
Einödstraße 12
Postleitzahl
8600
Kategorie
Sakralbau
Nutzung
Öffentlich
Wettbewerb
2014
Fertigstellungsjahr
2020
Bürositz des Architekturbüros
Trofaiach
Die heute inmitten des Verkehrsknotenpunktes von Autobahn und Eisenbahn stehende Kapelle wurde 1495–97 errichtet. Die ungewöhnliche Grundrissform eines an den Ecken beschnittenen gleichseitigen Dreiecks, die im Inneren als hexagonaler Zentralraum unter einem Sterngewölbe erscheint, machen sie zu einem einzigartigen Beispiel spätgotischer Architektur. Nach der Profanierung Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Gebäude verkauft und als Poststation, Gasthaus und im 20. Jahrhundert schließlich als Wohnhaus genutzt. Die Rettung ist dem von Prof. Philipp Harnoncourt gegründeten und getragenen Förderverein zu danken, der mit Unterstützung von Gemeinde, Bundesdenkmalamt und privaten GönnerInnen die Kapelle in ihrer ursprünglichen Form sanieren ließ. Was aufgrund der umfassenden Bauforschung nachweisbar war, wurde fachgerecht auf den spätgotischen Bestand zurückgeführt. Für Bereiche, wo keine Rückschlüsse auf die ursprüngliche Gestaltung gezogen werden konnten, wurde ein geladener Wettbewerb für eine moderne Gestaltung ausgelobt. Die Sieger Alexandra Stingl- Enge und Winfrid Enge schlugen ein CNC-gefrästes Bodenmöbel vor, dessen Ränder eine Sitzgelegenheit für 30 Personen bieten. Das nicht mehr rekonstruierbare gotische Fenstermaßwerk ersetzten sie durch das in Bronze gegossene Muster des Straßen- und Bahnknotens. Ohne den Raumeindruck des spätgotischen Juwels zu beeinträchtigen, positionieren die kontemporären Interventionen die Kapelle im Heute – als Mahnmal inmitten einer zerstörten Umwelt und als Manifest dafür, dass hochwertige Baukunst trotz aller Unbilden flexibel in der Nutzung und lange von Bestand ist.